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Alpines Museum München

Wer heute in die Berge geht, ist bei anspruchsvolleren Touren meist mit neuester Technik ausgerüstet, die Kleidung sorgt auch in ungemütlicher Umgebung für ein komfortables Wandererlebnis. Das war aber natürlich nicht immer so: Pioniere des Bergsports bezwangen höchste Gipfel mit Ausrüstungen, die man heute keinem Bergfex mehr zumuten würde. Die Geschichte dieser Pioniere, speziell nach dem 2. Weltkrieg, zeigt der Deutsche Alpenverein in seinem Museum in München.

Rucksäcke aus LKW-Planen
Auf der Praterinsel, direkt an der Isar gelegen, gewährt man im Alpinen Museum München dem Besucher einen Blick in vergangene Zeiten des Bergsports. So beschäftigt man sich unter Anderem mit der Entwicklung des Alpenvereins unter der Nazidiktatur und der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, von der Vereinnahmung durch die Faschisten bis zum Bergsport als populäres, befreiendes Element nach dem Krieg.
Auch die Probleme der Nachkriegszeit werden dargestellt: So liegt ein Schreiben vor, in dem man um den Nachkauf von Seilen bittet - die Antwort ist schlicht, dass auch in München keine mehr erhältlich seien.
Beeindruckend sind dabei vor Allem die Ausgestellten Ausrüstungsgegenstände. Die da gezeigten Anoraks und Parkas aus den 40er und 50er Jahren würden heute nicht mal mehr als simple Winterbekleidung durchgehen und schon gar nicht als Bergsteigerausrüstung. Auch in Sachen Rucksack gibt es einige interessante Exponate: So gibt es einen Rucksack, der mehrmals "umgebaut" wurde, und schließlich als Kraxe endete. Ungewöhnliche Materialien wie LKW-Planen werden ebenfalls als Materialien verwendet, solange es nur zusammenhält. Und wer einmal speziell für Bergsteigerlegende Luis Trenker angefertigte Kletterschuhe sehen will, wird hier ebenfalls fündig - inklusive einer Produktkritik des Meisters selbst.
Schon im Foyer bekommt dazu auch die Gelegenheit, ein Seil aus früheren Jahrzehnten mit einem modernen zu vergleichen. Auch Bergschuhe und Kletterutensilien aller Art können in die Hand genommen werden.

Stars auf dem Gipfel
Historisch bedeutsame Ereignisse, wie zum Beispiel die Erstbesteigung des Nanga Parbat durch Hermann Buhl 1953 werden ebenfalls beleuchtet. Die Popularität der Bergsteiger damals wird durch diverse ausgestellte Fan-Briefe verdeutlicht und Filmprogramme und Zeitungsartikel zeigen, dass die Bergsteigerei damals einen deutlich höheren Stellenwert in der Öffentlichkeit hatte als heute.
In einem kleinen Kino in der Ausstellung werden kurze Ausschnitte alter Schwarz-Weiß-Klassiker gezeigt. So sieht man zum Beispiel in einem Ausschnitt aus "Das Doppelte Lotchen" die Faszination des damaligen Publikums an der wilden und gefährlichen Bergwelt. Auch die beliebte Bergromantik wird thematisiert: So finden sich zahlreiche klassische Filmposter in der Ausstellung, die von der Liebeskomödie bis zum Bergsteigerdrama die Faszination der Berge auf Celluloid nachzeichnen.

Shop und Cafe
Im Foyer gibt es das obligatorische Museumscafe und vor Allem einen tollen Shop. Da gibt es nicht nur Poster und Postkarten, sondern für Bergsteiger auch äußerst nützliche Landkarten und Bergführer zu erstehen.


Bilder: © Harald Stingl
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 13-18 Uhr
Samstag und Sonntag 11-18 Uhr

Eintrittspreise:
Erwachsene €4,50
Ermäßigt €3,00
DAV-Mitglieder €3,00
Kinder bis 14 Jahre €1,00
Kinder unter sechs Jahren frei

Telefon:
+49/(0)89 / 21 12 24-0

Adresse:
Haus des Alpinismus mit Alpinem Museum,
Archiv und Bibliothek des Deutschen Alpenvereins
Praterinsel 5
80538 München


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