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Das Conditorei-Museum Kitzingen

Die Praline, so sagt man, wurde schon im 17. Jahrhundert in Frankreich erfunden. So lecker, wie dieses kleine Konfekt schmeckt, ist es aber kein Wunder, dass es sich bald auch in benachbarten Ländern verbreitet hat. Die regional unterschiedlichen Zubereitungsarten haben dafür gesorgt, dass aus der Pralinenherstellung ein eigenes Handwerk erwachsen ist: Die Conditorei.

Lebküchner und Conditor
Das Conditorei Museum befindet sich in einem der schönsten Häuser Kitzingens am Main. Erbaut wurde das Fachwerkhaus in den Jahren 1579 und 1580. Frisch restauriert von 1994 bis 1996, ist das Poganietz-Haus heute wieder in seiner damaligen Form zu bewundern.
Ursprünglich von einem Kaufmann erbaut, wechselte das Haus 1722 den Besitz zu einem Lebkuchen-Bäcker und beherbergte dann ab 1831 die erste Kitzinger Konditorei und ist seit 1893 Eigentum der Familie Poganietz.

Formen, Rezepte und Fachliteratur
Die Freude muss groß gewesen sein, als man 1981 im Poganietz Haus beim Speicherputz auf diverse große Kisten stieß, um die sich auf dem Dachboden scheinbar seit gut 100 Jahren niemand mehr gekümmert hatte. Enthielten sie doch große Teile des Inventars früherer Konditoren des Hauses.
So fand man zum Beispiel Formen, die teilweise noch aus dem späten 18. Jahrhundert stammen und auch reichlich Rezepte für süße Leckereien. Volkskundler Julius Schwarz nutzte den Fund für seine Magisterarbeit und erstellte ein Inventar, das nicht weniger als 2000 Positionen umfasste, die da in den Kisten unterm Dach geschlummert hatten. Die Sammlung des Conditorei Museums ist seitdem allerdings noch beträchtlich angewachsen und umfasst heute etwa 3200 Stücke. Für die Restaurierung vieler Exponate zeichnet niemand geringerer als das Bayerische Nationalmuseum verantwortlich.
Nirgendwo in Deutschland findet sich eine solch komplette Übersicht über das Inventar eines Konditoreibetriebes aus einem einzigen Betrieb. Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf dem 18. und 19. Jahrhundert. Den Besucher erwarten da allerlei Rezepte und Formen, aber auch Erläuterungen zur Handwerksgeschichte, zur Ausbildung in früheren Zeiten, Walzenwerke, Wissen zur Früchtekonservierung und vieles, vieles mehr.

Probe vor Ort
Wer dann spätestens nach dem Besuch des Museums auf den Geschmack gekommen ist, den erwartet im ersten Stock des Gebäudes ein Café, das mit gemütlicher und gediegener Atmosphäre zum Verweilen einlädt. Sollten Sie von den süßen Spezialitäten gar nicht genug bekommen können, ist im Hause natürlich auch heute noch eine Conditorei zu finden, in der Sie sich mit den feinsten Kreationen dieses Handwerks versorgen können.


Bilder:
©www.conditorei-museum.de
Öffnungszeiten:
Montag – Freitag 9 – 18 Uhr
Samstag 9 – 16 Uhr
Sonntag 13 – 17 Uhr

Eintrittspreise:
Erwachsene € 1,50
Kinder und Gruppen ab 10 Pers. € 1,00
Führungen werden für Gruppen ab 10 Personen angeboten und kosten je 1€ extra.

Telefon:
09321 - 92 94 35

Addresse:
Conditorei – Museum Kitzingen
Marktstrasse 26 / Kaiserstrasse 11, 97318 Kitzingen
Telefon 09321 - 92 94 35

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